Feuerwehr
Feuerwehr Hamburg: Wie der Einstieg in den Einsatzdienst läuft
Anders als bei Polizei oder Verwaltung beginnt die Feuerwehrlaufbahn meistens mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung – der Einsatzdienst baut darauf auf.
Das Wichtigste in Kürze
- Grundvoraussetzung
- In der Regel eine abgeschlossene Berufsausbildung, bevorzugt handwerklich oder technisch.
- Zweiter Baustein
- Führerschein und Rettungsdienstqualifikation gehören zum Berufsbild.
- Doppelrolle
- Die Berufsfeuerwehr Hamburg trägt zugleich einen großen Teil des Rettungsdienstes.
- Ehrenamt
- Die Freiwillige Feuerwehr ergänzt die Berufsfeuerwehr flächendeckend im Stadtgebiet.
Warum die Feuerwehr eine abgeschlossene Ausbildung verlangt
Die Feuerwehr rekrutiert nicht direkt von der Schulbank. Der Grund ist praktischer Natur: Im Einsatz wird handwerkliches Grundverständnis gebraucht – für technische Hilfeleistung, für die Beurteilung von Bausubstanz, für den Umgang mit Maschinen und hydraulischem Gerät.
Deshalb steht am Anfang meist eine abgeschlossene Berufsausbildung, bevorzugt in einem handwerklichen, technischen oder metallverarbeitenden Beruf. Erst darauf setzt die feuerwehrtechnische Ausbildung auf, in der Brandbekämpfung, technische Hilfeleistung, Atemschutz und Rettungsdienst gelehrt werden.
Die zweite Säule ist der Rettungsdienst. In Hamburg trägt die Feuerwehr einen erheblichen Teil der Notfallrettung; die überwiegende Mehrheit aller Einsätze sind medizinische Notfälle, nicht Brände. Eine rettungsdienstliche Qualifikation ist deshalb Teil der Ausbildung und nicht eine Zusatzoption.
Die Einstiegsebenen
| Ebene | Bezeichnung | Voraussetzung | Ausbildung |
|---|---|---|---|
| Laufbahngruppe 1, zweites Einstiegsamt | Brandmeisteranwärter/in | Mittlerer Schulabschluss und abgeschlossene Berufsausbildung | Feuerwehrtechnische Ausbildung inklusive Rettungsdienst |
| Laufbahngruppe 2, erstes Einstiegsamt | Gehobener feuerwehrtechnischer Dienst | Ingenieurwissenschaftlicher Bachelor | Vorbereitungsdienst mit Führungsausbildung |
| Laufbahngruppe 2, zweites Einstiegsamt | Höherer feuerwehrtechnischer Dienst | Ingenieurwissenschaftlicher Master | Brandreferendariat |
Der weitaus größte Teil der Einstellungen entfällt auf die erste Zeile. Die beiden anderen Wege sind auf Führungs- und Planungsaufgaben zugeschnitten: Einsatzleitung, Brandschutzprüfung, Gefahrenabwehrplanung.
Das Auswahlverfahren
- Sporttest mit Ausdauer-, Kraft- und Koordinationsanteilen. Bei der Feuerwehr kommen Elemente hinzu, die den Einsatzalltag abbilden – Leitersteigen und Belastung unter Atemschutz gehören dazu.
- Test auf Höhentauglichkeit und Enge – wer unter Atemschutz in verrauchten Räumen arbeitet, muss beides zuverlässig aushalten.
- Schriftlicher Test mit technischem Verständnis, Mathematik und Deutsch.
- Arbeitsmedizinische Untersuchung nach der Vorschrift für Atemschutzgeräteträger.
- Auswahlgespräch, häufig mit praktischer Aufgabe.
Freiwillige Feuerwehr als eigener Weg
Neben der Berufsfeuerwehr gibt es in Hamburg ein dichtes Netz Freiwilliger Feuerwehren, die in den äußeren Stadtteilen einen erheblichen Teil der Erstversorgung übernehmen. Das ist ehrenamtliche Tätigkeit, kein Beschäftigungsverhältnis.
Für viele ist die Freiwillige Feuerwehr trotzdem der erste Kontakt zum Beruf: Wer dort mitmacht, kennt Gerät, Abläufe und Kommandosprache, bevor die Bewerbung geschrieben wird. Ein formaler Vorteil im Auswahlverfahren ist das nicht, ein praktischer sehr wohl.
Die Jugendfeuerwehren nehmen Kinder und Jugendliche auf und sind in Hamburg über die Stadtteile verteilt – auch das ein Einstieg, der lange vor der Berufswahl beginnt.
Häufige Fragen
- Kann ich mich ohne handwerkliche Ausbildung bewerben?
- Das hängt von der jeweiligen Ausschreibung ab. Verlangt wird in der Regel eine abgeschlossene Berufsausbildung; welche Berufe anerkannt werden, steht in der Ausschreibung. Rein kaufmännische Abschlüsse sind seltener ausreichend.
- Brauche ich schon einen Rettungssanitäter-Abschluss?
- Nein, die rettungsdienstliche Qualifikation ist üblicherweise Bestandteil der Ausbildung. Eine vorhandene Qualifikation kann aber ein Vorteil sein.
- Welcher Führerschein wird verlangt?
- Mindestens die Fahrerlaubnis der Klasse B; die Klassen für Einsatzfahrzeuge werden im Regelfall während der Ausbildung erworben. Die genaue Anforderung nennt die Ausschreibung.
- Ist die Freiwillige Feuerwehr bezahlt?
- Nein, sie ist ehrenamtlich. Es gibt Aufwandsentschädigungen und Versicherungsschutz, aber kein Gehalt.
Quellen und weiterführende Stellen
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