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Infrastruktur

Über und unter der Elbe: Hamburgs Querungen und ihre Nadelöhre

Ein Strom teilt die Stadt, und nur an wenigen Stellen lässt er sich queren. Diese wenigen Stellen bestimmen den Hamburger Verkehr mehr als jede Ampelschaltung.

Redaktion Elbmeldung · Veröffentlicht am · 3 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

Hauptquerung
Der Neue Elbtunnel im Zuge der Bundesautobahn 7.
Zweite Achse
Die Elbbrücken im Osten, gebündelt für Straße und Schiene.
Historisch
Der Alte Elbtunnel von 1911 unter den Landungsbrücken – heute vor allem für Rad und Fuß.
Wasser
Hafenfähren als vollwertiger Teil des Nahverkehrs.

Warum es so wenige Querungen gibt

Die Elbe ist in Hamburg eine Bundeswasserstraße mit Seeschiffverkehr. Jede Brücke müsste hoch genug sein, dass Containerschiffe darunter passen – oder beweglich, was bei diesem Verkehrsaufkommen ausscheidet.

Deshalb liegt die Hauptquerung unter dem Fluss. Der Neue Elbtunnel führt die Autobahn 7 auf mehreren Röhren unter der Norderelbe hindurch und ist damit die verkehrlich wichtigste Einzelinfrastruktur der Stadt.

Im Osten, wo der Strom sich in Norder- und Süderelbe teilt und schmaler ist, war der Brückenbau möglich. Dort bündeln sich Straßen- und Eisenbahnbrücken zu einem zweiten Korridor.

Die Querungen im Überblick

QuerungVerkehrsartenCharakter
Neuer Elbtunnel (A7)KfzHauptachse Nord-Süd, extrem störanfällig bei Sperrungen
ElbbrückenKfz, Eisenbahn, Rad und FußZweiter Korridor im Osten, ebenfalls hoch belastet
Alter ElbtunnelRad und Fuß, eingeschränkt KfzTechnikdenkmal von 1911, kein Durchgangsverkehr
HafenfährenPersonen, RäderNahverkehr über das Wasser, tarifgebunden im HVV
S-Bahn und RegionalbahnSchieneÜber die Eisenbahnbrücken im Osten

Die U4 erschließt die HafenCity und wurde in Richtung Elbbrücken verlängert. Damit erreicht der Schnellbahnverkehr das Südufer der Norderelbe – die Süderelbe und der Sprung nach Harburg bleiben aber der S-Bahn vorbehalten.

Der Alte Elbtunnel

Der 1911 eröffnete St. Pauli-Elbtunnel ist eine Ingenieurleistung, die bis heute funktioniert: zwei Röhren unter dem Fluss, erreichbar über Aufzüge, die ursprünglich auch Fuhrwerke und später Autos in die Tiefe brachten.

Gebaut wurde er, weil Werftarbeiter täglich vom Nordufer nach Steinwerder mussten und die Fähren dem Andrang nicht gewachsen waren. Der Tunnel machte den Arbeitsweg unabhängig von Wetter und Eisgang.

Heute steht er unter Denkmalschutz und wird abschnittsweise saniert. Für Radfahrende und Fußgänger ist er weiterhin eine echte Verbindung – und der einzige Weg, unter der Elbe hindurchzugehen.

Was passiert, wenn eine Querung ausfällt

Die Verwundbarkeit des Systems ist sein größtes Problem. Fällt der Elbtunnel aus – wegen Bauarbeiten, eines Unfalls oder eines zu hohen Fahrzeugs –, verlagert sich der Verkehr auf die Elbbrücken, die diese Menge nicht aufnehmen können.

  • Bei Sperrungen des Elbtunnels sind Rückstaus über mehrere Stunden und Kilometer der Normalfall, nicht die Ausnahme.
  • Großbaustellen werden deshalb weit im Voraus angekündigt und bevorzugt in Ferienzeiten und Wochenenden gelegt.
  • Für Ortskundige ist die Ausweichroute über die Elbbrücken oft langsamer als das Abwarten – oder die Verlagerung auf die Schiene.
  • Wer regelmäßig quert, sollte die Verkehrsmeldungen abonnieren; sie kommen früh genug, um Termine zu verschieben.

Häufige Fragen

Kann man den Alten Elbtunnel mit dem Auto nutzen?
Die Kfz-Nutzung ist stark eingeschränkt und hängt vom Sanierungsstand der Röhren ab. Für Radfahrende und Fußgänger ist er in der Regel offen.
Kostet die Nutzung des Alten Elbtunnels etwas?
Für Fußgänger und Radfahrende ist die Nutzung kostenfrei. Für Kraftfahrzeuge wird eine Gebühr erhoben, sofern die Durchfahrt überhaupt möglich ist.
Wie komme ich ohne Auto nach Harburg?
Mit der S-Bahn über die Eisenbahnbrücken – die schnellste und zuverlässigste Verbindung. Regionalzüge halten ebenfalls in Harburg.
Fahren die Hafenfähren das ganze Jahr?
Ja, sie sind Bestandteil des Nahverkehrs und verkehren ganzjährig nach Fahrplan. Bei Eisgang oder Sturm kann es Einschränkungen geben.

Quellen und weiterführende Stellen

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